Bienenmetal?
Today I discovered the awesomeness that is last.fm. Eigentlich habe ich ja nie an Internet-Plattformen geglaubt; social networking für überbewerteten Teenager-Zeitvertreib gehalten. Seien wir ehrlich: Twitter und Co Vieles davon ist nicht wirklich so nützlich, wie es dargestellt wird, was ja auch nicht weiter schlimm ist. Jede/r, wie er möchte.
Last.fm errang heute erstmals meine größere Aufmerksamkeit, weil es mir die Möglichkeit eröffnete, die alten, längst nicht mehr erhältlichen Demoalben meiner Lieblingsbands in voller Länge anzuhören. Wenn sogar ebay versagt und die bandeigenen Homepages ratlos sind – ein Hafen in Sicht!
So geht’s: Ich (der Benutzer) erstelle erst ein Profil und gebe meine Lieblingsbands an. Ab hier rollt die Sache in einem absoluten hyperverlinkten Wahnsinn – „ähnlich wie“ und „die alle hören gerade dasselbe wie du“ sind nur zwei der Empfehlfunktionen, die Genre-intern die Weichen legen zu einer Vielzahl nie gehörter, hörenswerter Acts. Und ja, es gibt in der Musikwelt viel zu viel Gutes, mit dem man viel zu schwer in Berührung kommt. Der Blizzard an Großartigkeit, der gerade über mich wäscht, droht mich zu blenden – höchste Zeit, ein Textdokument zu öffnen und die Auffälligkeiten zu notieren. Denn eines Tages werden sie hier in diesem Blog landen (-:
Ich fange gleich mal an.
Von „Doom Metal“ kommt man zu „Funeral Metal“ kommt man zu „Drone Metal„. Bienenmetal? Inspiriert ist die Genrebezeichnung von tiefen, dröhnenden Basslinien; angesiedelt wird der Sound zwischen metallisch und Ambient. Dieser Spagat soll existieren? Äußerst reizvoll.
Als Pioniere dieser Musikrichtung werden unter anderem die Amerikaner Sunn O))) gehandelt, zwei Sechssaiter-klampfende Freaks in Mönchskutten. Sie arbeiten mit den typischen, der Rockmusik verschriebenen Instrumenten à la E-Gitarren, Bass, Schlagzeug und Percussion, wobei die Sounds elektronisch stark übersteuert und verfremdet werden. Auf Gesang und Rhythmus wird eigentlich völlig verzichtet. Die Ambient-Querverbindung rührt wahrscheinlich her von langgezogenen, ins Monotone (und damit Meditative?) abgleitenden Tönen und Sounds, die langsam und voluminös auftragen.
Ich muss mich noch näher mit dieser Band befassen (was ich sicher auch tun werde), um ein qualifizierteres Urteil abgeben zu können, aber der Eindruck, den ich bis jetzt gewonnen habe, ist ein durchaus positiver. Schwierig sind Sunn O))) aber, und ich könnte es durchaus verstehen, wenn sie (auch in Metalkreisen) nicht überall geschätzt werden.
Von der Qualität des CD-Covers kann man ja nicht immer auf die Qualität des Albums schließen, und so lasse ich mich zwar gern, aber oft bereuend, von guten Covers täuschen (wie zum Beispiel bei diesen Russen). Ein gelungenes Cover ist allerdings nach wie vor in der Lage, mich neugierig und gierig zu machen, und mir, richtig, Geld aus der Tasche zu ziehen.
So wie dieses hier. Das „Black One“ Cover von Sunn O))) gehört mit Sicherheit zu den besten, die ich seit langem gesehen habe, und könnte sich unter den Top Ten Fotografien 2008 ohne Probleme finden lassen. Ich komme an Jahresende darauf zurück!
Neben besagten Dronern habe ich mir auch noch Shape of Despair angehört, ein recht einfallsloser Name für eine bemerkenswerte Doom-Metal-Band. (Gutes Lied in voller Länge.)
Ich will ja nicht streiten oder sonst irgendwie unangenehm auffallen (naja vielleicht doch), aber jeder Metalfeind sollte sich zumindest fünf Mal einlassen auf Musik wie die hier genannte, und sei es nur, um einen vielfältigeren Eindruck vom verhassten Genre zu bekommen. Vielleicht wird er es danach nicht lieben, womöglich nicht einmal besser finden, aber wäre es nicht ein Ziel, die ganze bizarre Bandbreite einmal ausgebreitet zu sehen? Es ist alles, außer simplistisch, nein hier tut sich eine Menge. Das sage ich nicht, weil ich das Wedding Band der Krawallmacher trage.
Während ich hier schreibe, raubt mir last.fm jedenfalls auch noch den letzten Nerv. Was, schon wieder ein neuer Künstler? Und was habe ich davor eigentlich gerade gehört? Wie hieß schnell die Band davor… Mal checken, ob Amazon was hat – Amazon hat alles! Teuer ist das. Oh, auf Vinyl? Nächster Act. Viel zu viele. Viel zu gut sogar. Woher kommen die bloß alle?


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