Ich weiß was!


Ok um das nochmal festzuhalten: Dieser Blog ist ein Produkt subjektiver Empfindungen & Urteile – meiner Empfindungen und Urteile. Ich stelle keinen Professionalitäts-Anspruch. Mal abgesehen davon, dass Musik sowieso zu einem großen Teil nicht objektivierbar ist, sondern und glücklicherweise wandlungsfähig in ihrer Bedeutung. Wie Flubber. Oder… ein schönerer Vergleich.

Diskussionen? Gerne. Mich von der Gegenposition überzeugen lassen? Auch schön. Aber bitte tut mir und euch den Gefallen und überlegt euch das mit dem Tonfall irgendwie.

Schließlich bin ich nicht die Enzyklopädie, und ihr nicht die Inquisition.
Danke!


Zu meinem letzten Eintrag will ich hiermit noch ergänzen, warum die Welt doch noch Musikjournalisten braucht: zum Beispiel deshalb. Oder deshalb.

Kostproben aus Letzterem, einer „Doku“ über das Ragnarök-Festival in Lichtenfels:

„Die schlichte Stärke und Tapferkeit der alten Krieger als Gegenpol zur komplizierten Gegenwart – eine bierseelige Ersatzreligion.“

Zitiert wird zum Beispiel Stickel, Mitglied von Odroerir: „Ich will ganz einfach, dass ein Deutscher wieder stolz sein kann auf seine Geschichte [...] Das hat sich ja durch die jüngere Vergangenheit alles verloren und verflüchtigt.“ – Sprüche, bei denen der Sozialwissenschaftler Christian Dornbusch „Magenschmerzen bekommt“. Denn, das ist ARD noch einmal wichtig zu betonen, „er kennt die Szene.“

Zitat von Herrn Dornbusch, dessen Gesicht wir leider nicht zu sehen bekommen: „Zuerst einmal werden durch die Lieder antiquitierte Wertvorstellungen vermittelt: wie Ehre, Tapferkeit, Ruhm, Stolz, Männlichkeit.“
Damit könnte er heutzutage sogar Recht haben – Gendering sieht schließlich anders aus.

Gute Recherche lässt sich weiters daran erkennen, dass Equilibrium plötzlich „Effibrilium“ heißen, und die interviewten Personen praktisch mitten im Satz abgeschnitten werden.


Ich habe keine Ahnung, wie diese Sender es denn nun mit der Szene meinen – ob gut, ob böse? Ob sie es tatsächlich für objektiv halten, was sie berichten? Der „Blick von außen“ ist es doch, der es dem Journalismus (imho) so verdammt schwer macht. Wie könnte ich als Außenstehende mit ein paar Tagen Recherche im Gepäck eigentlich jemals ein authentisches, wahrheitsgemäßes Bild erzeugen? Oder will ich meinen medialen Einfluss vielleicht einfach dazu nutzen, den Anklagefinger auf etwas zu richten, vor dem ich die arme Bevölkerung schützen möchte?


Ich habe hin und wieder größere und kleinere Probleme mit Journalismus. Natürlich, ich befinde mich selbst in der Ausbildung zu ebendiesem Berufsbild – aber vielleicht deshalb. Ich soll ja kritisch sein, manchmal vielleicht sogar zu viel. Ich schimpfe wie ein Rohrspatz, hier und da ohne wirklichen Grund, aber das ist eben meine Aufgabe.
Ich will schimpfen auf die Ewigschimpfenden. Hier rede ich nicht von informierten Journalisten und innen, die argumentative und nebeneinanderstellende Storys an die Öffentlichkeit bringen. Ich meine die Medienmärtyrer, die den Schritt, den sie üblicherweise voraus sind, gerne nutzen, um auch von Dingen zu schreiben, die sie nicht verstehen.


So gesehen macht es perfekten Sinn, Journalisten nicht danach auszuwählen, ob sie Journalismus studiert haben, sondern ob sie sich mit dem auskennen, worüber sie berichten wollen: Politik. Musik. Wirtschaft. and what have you. Kann sich ja auch keiner mit allem auskennen. DANN MACHT ABER BITTE AUCH KEINE DOKUS ÜBER METAL, ARD! Ehrlich, Leute. Ich blogge ja jetzt auch nicht über die Börse.


So lustig ist das nämlich gar nicht. Schließlich will ich ja mit jedem Fernsehbeitrag zumindest irgendetwas aussagen und bezwecken. Und eine ganze Szene oberflächlich und plakativ zu „beschreiben“, um sie anschließend zu verunglimpfen, kann ja wohl nicht erklärtes Ziel sein. Schreibt euch das auf ein Post-It mit Corporate Design, bitte ja?


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